Local in Global

Geschrieben von: Neele Jahnke

Egal ob in der Schule oder in der Freizeit; in letzter Zeit werde ich immer wieder mit dem Thema Nachhaltigkeit konfrontiert. Es hat mit der Zeit auch wirklich mein Interesse geweckt, weswegen ich und zwei Freundinnen auch gerne mitfahren, als uns unsere Lehrerin von dem Projekt Local In Global erzählt. Bei diesem Projekt treffen Schüler aus vier verschiedenen Ländern: Armenien, Polen, Moldawien und Deutschland in dem polnischen Kzryzowa aufeinander.

Als wir in Polen ankommen, werden wir sehr freundlich empfangen. Nach dem Abendessen gibt es das erste "Meeting". Der Plan für die Woche lautet: Meetings von 9:30 Uhr - 13:00 Uhr, von 15:00 Uhr - 18:30 und von 20:00 - 22:00 Uhr.

Die Woche beginnt mit einigen Kennlern-Übungen, bei denen wir die Namen der anderen lernen, Portraits zeichnen und immer wieder über unsere Leben fragen und sprechen. Die Namen immer noch ein bisschen unsicher, fangen wir ab Tag 3 an, in unser Thema: ,,Nachhaltigkeit“ einzutauchen.

Wir beschäftigen uns mit dem ökologischen Fußabdruck eines jeden und müssen feststellen, dass unsere Leben nicht besonders „sustainable" sind. Auch ein Film über Menschen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, macht uns allen ein kleines oder großes schlechtes Gewissen. Wir sind schockiert über konkrete Zahlen und begeistert von Menschen, die für eine nachhaltigere Welt kämpfen.

Abends gibt es die gesamte Woche über verschiedene Events: ,,cultural evening", Lagerfeuer oder ein weiteres Meeting. 

Wir machen sehr viele interaktive Übungen, arbeiten in Gruppen und machen „Energizer".

Langsam lösen sich die Länder und die Gruppen werden immer internationaler. Wir besuchen eine ,,eco-friendly" Farm, wo wir Jutebeutel bedrucken und alle gemeinsam kochen und essen. Die Besitzer zeigen und erklären uns ihre Welt und ihre Alternativen zu Konsum und Plastik. Ich habe diesen Ausflug und das Essen sehr genossen.

Danach beginnt das angekündigte Planspiel. Es geht um eine imaginäre Stadt ,,Krapowa" voller Probleme. Die Bahnstation, die einzige Verbindung zu einer größeren Stadt in der Nähe, in der viele Arbeit haben, ist kurz davor geschlossen zu werden; der Fluss ist durch die lokale Limonaden-Fabrik verschmutzt; das Kraftwerk ,,power plant" stößt Massen an CO2 aus; es gibt keinen Tourismus; Kriminalität nimmt zu und es gibt einen Streit zwischen KFC und Youth Center um ein Gebäude. Wir alle bekommen Rollen zugeteilt: Geschäftsmann, Bürgermeister, ehrenamtlicher Arbeiter oder Politiker in einer der Parteien. Unsere Aufgabe ist es nun die Stadt so nachhaltig, wie möglich zu machen. Wir setzen uns für die Ziele unserer Rollen ein und verhandeln mit anderen.

Dann soll jeder ein Projekt, einen Buisnessplan, entwickeln und anschließend vorstellen. Wir verhandeln erneut und es gibt eine Abstimmung darüber, welche Projekte nun umgesetzt werden sollen. Als Abschluss der Woche gibt es eine ,,evaluation". Jeder sagt etwas unglaublich positives über die Zeit in Kzryzowa und alle sind sich einig: ,,Babysteps into a more sustainable life!"